Correspondence with Edith Maryon
1912–1924
GA 263
Translated by Steiner Online Library
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Rudolf Steiner to Edith Maryon
Stuttgart, 4 September 1919
My dear Miss E. Maryon,
I received your letter and was pleased to receive it. I am thinking a lot about the work in the sculpture workshop there and will be glad when I can take part in it again. There is a lot of work to be done here to set up the school. Every morning we start at 9 a.m. with a lecture on general pedagogy, followed by a quarter-hour break and then a second lecture on specific methodology and didactics. Then, after these two lectures, it is 11:30. The seminar begins in the afternoon from 3-6. Then there are usually some meetings. So it is lectures all day, so to speak. In between, I think about the work in Dornach, especially about our sculpture group.
With regard to the translation of my book, it will be the case that one person finds what the other person finds less good; and we will probably only be able to decide when we have seen the other translation. Our opinion of the translation that has been done is actually sufficient. The only result will be to delay publication of the translation, as has often been the case with my books, where one translator was always dissatisfied with the other. They should be satisfied with the translation we have already done, in which I was involved, and get the commission to publish it, instead of criticizing it too much. But we will see what happens when I am back in Dornach.
The school here opens on Sunday. The preparatory lectures and seminar exercises are to be completed this week. Then I would like to go to Berlin on Tuesday or Wednesday next week; I am scheduled to give lectures in Dresden from September 18 to 21; then here again on September 24 and soon after that I should be going back to Dornach.
It will be very satisfying for me to work in Dornach again and to be able to use the sculpture studio.
With warm greetings
Rudolf Steiner
currently in Stuttgart, Landhausstraße 70
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Rudolf Steiner an Edith Maryon
Stuttgart, 4. September 1919
Mein liebes Fräulein E. Maryon!
Den Brief habe ich erhalten und mich darüber gefreut. Ich denke viel an die dortige Arbeit in der Bildhauerwerkstätte und werde froh sein, wenn ich auch wieder daran teilnehmen kann. Hier ist viel Arbeit für die Einrichtung der Schule zu tun. Jeden Morgen beginnen wir 9 Uhr mit Vortrag über allgemeine Pädagogik, dem dann folgt, nach einer viertelstündigen Pause, ein zweiter Vortrag über spezielle Methodik und Didaktik. Dann ist es nach diesen beiden Vorträgen 111/2. Nachmittag beginnt das Seminar von 3-6. Dann sind noch zumeist irgendwelche Sitzungen. Es ist also sozusagen jetzt den ganzen Tag Vortrag. Dazwischen denke ich an die Dornacher Arbeit, besonders an unsre Bildhauergruppe.
Bezüglich der Übersetzung meines Buches wird ja doch das gelten, daß der Eine gut findet, was dem Andern weniger gut scheint; und wir werden wohl nur entscheiden können, wenn eine andre Übersetzung uns vorliegt. Das Urteil über die gemachte Übersetzung ist eigentlich schon genügend. So wird ja doch nur das herauskommen, daß die Veröffentlichung der Übersetzung verzögert wird, wie das schon oft bei meinen Büchern der Fall war, bei denen immer der eine Übersetzer mit dem andern unzufrieden war. Man sollte mit der von uns schon gemachten Übersetzung, bei der ich doch dabei war, zufrieden sein und ihre Veröffentlichung durch die Kommission besorgen, statt sie zu viel zu kritisieren. Doch werden wir sehen, was wird, wenn ich wieder in Dornach sein werde.
Sonntag ist hier die Eröffnung der Schule. In dieser Woche sollen die vorbereitenden Vorträge und Seminarübungen beendet werden. Dann möchte ich Dienstag oder Mittwoch nächste Woche nach Berlin gehen; vom 18. bis 21. September soll ich Vorträge halten in Dresden; dann am 24. September noch einmal hier und bald darnach soll es wieder nach Dornach gehen.
Es wird dann für mich sehr befriedigend sein, wieder selbst in Dornach zu arbeiten und im Bildhaueratelier wieder sein zu können.
Mit herzlichen Grüßen
Rudolf Steiner
z.Z. Stuttgart, Landhausstraße 70