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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

The Fateful Year of 1923 in the History of the Anthroposophical Society
GA 259

2 September 1923, London

Translated by Steiner Online Library

Concluding Words Following the Lecture for Members

When I last had the honor of speaking to you here, I had to conclude with a great concern that weighed on my soul at the time. It was the concern for the further construction of the Goetheanum, which was to be a sign here on earth for that which is to come into the world through anthroposophical spiritual science. At the time, the concern I expressed was met with understanding. [On November 19, 1922, see references below.]

Since that time, what is written as an unspeakable pain in the history of the anthroposophical movement has come to pass. This pain could not be averted. It was deeply inscribed in the destiny of the anthroposophical movement by the hostile forces that oppose it. But since that time, everything I have to say is truly suffused with what lies in this pain. And so today I must speak not only out of the same concern as when I last had the honor of speaking here, but I must speak as I now only know how to speak, out of the deepest pain that New Year's Eve 1922 brought us. During the assembly of delegates in July 1923 in Dornach, your representatives, along with those of the other countries, resolved to do everything necessary to rebuild the Goetheanum. We must, of course, strive to ensure that the Goetheanum can be rebuilt in a way that is worthy of it, even if it has to be rebuilt a second time in a different material that is less susceptible to the forces of fire.

I would like to entrust this reconstruction of the Goetheanum, which must now be the concern of those who have loved the Goetheanum and who love what it can be to the world, to your hearts at the end of these reflections today.

Let us act, my dear friends, as we must act out of our pain and out of the awareness that spiritual life must come into our culture again, and let us remain together in this awareness, even if we are not together for a while. For that which can flow out of anthroposophy, out of such a spiritual movement, is already the universal human element, so that souls can be together in spirit, even if they are physically separated: they will always find each other. But they will not only find each other, they will always be able to be together in spirit, which we seek in its true reality through such a movement.

[Rudolf Steiner, who came to the September conference of the Anthroposophical Society in Stuttgart, is taking part in the following session.

Abschiedsworte am Schluß des Vortrages für Mitglieder

Als ich das letzte Mal hier von diesem Orte zu Ihnen sprechen durfte, da mußte ich schließen mit einer großen Sorge, die dazumal auf meiner Seele lag. Es war die Sorge für den Weiterbau des Goetheanum, das hier auf Erden ein Zeichen sein sollte für dasjenige, was eben durch anthroposophische Geisteswissenschaft in die Welt kommen soll, und es wurde dazumal jener Sorge, die ich aussprach, Verständnis entgegengebracht. [Am 19. November 1922, siehe unter Hinweise.]

Seit jener Zeit ist das geschehen, was ja als ein unaussprechlicher Schmerz tief eingeschrieben ist in die Geschichte der anthroposophischen Bewegung. Abgewendet konnte dieser Schmerz nicht werden. Er war durch jene feindlichen Gewalten, die der anthroposophischen Bewegung entgegenstehen, eben tief in das Schicksalsbuch der anthroposophischen Bewegung eingeschrieben. Aber es strahlt seit jener Zeit wirklich auf alles, was ich zu sagen habe, dasjenige aus, was in diesem Schmerze liegt. Und so muß ich heute nicht nur aus einer solchen Sorge heraus sprechen wie das letzte Mal, als ich hier sprechen durfte, sondern ich muß sprechen, wie ich überhaupt jetzt nur noch sprechen kann, aus jenem tiefsten Schmerze heraus, den uns die Silvesternacht vom Jahre 1922 auf 1923 gebracht hat. Auch Ihre Vertreter neben denen der anderen Länder haben ja während der Delegiertenversammlung im Juli 1923 in Dornach den Vorsatz gefaßt, alles das zu tun, was zum Wiederaufbau dieses Goetheanum führen soll. Wir werden natürlich trachten müssen, wenn auch das Goetheanum in einem anderen Materiale das zweite Mal aufgeführt werden muß, in dem es eben weniger gerade durch Feuergewalten zugrunde gehen kann, daß es auch in dieser Art würdig zur Ausführung gebracht werden kann.

Ich möchte Ihnen diesen Wiederaufbau des Goetheanum, der jetzt aus tiefstem Schmerze heraus die Sorge derjenigen sein muß, die das Goetheanum geliebt haben und die dasjenige, was es der Welt sein kann, lieben, am Ende dieser Betrachtungen heute wiederum in die Seele schreiben.

Handeln wir so, meine lieben Freunde, wie wir handeln müssen aus dem Schmerze heraus und aus dem Bewußtsein, daß geistiges Leben wiederum in unsere Kultur hineinkommen muß, und bleiben wir in diesem Bewußtsein zusammen, auch wenn wir wieder eine Zeitlang nicht zusammen sind. Denn dasjenige, was aus Anthroposophie, was überhaupt aus einer solchen spirituellen Bewegung ausströmen kann, ist ja schon das allgemein Menschliche, so daß dadurch die Seelen zusammen sein können im Geiste, auch wenn sie räumlich getrennt sind: sie werden sich immer wiederfinden. Sie werden sich aber nicht nur wiederfinden, sondern stets zusammen sein können im Geiste, den wir ja gerade durch eine solche Bewegung in seiner wahren Wirklichkeit suchen.

[Rudolf Steiner, der zur September-Tagung der Anthroposophischen Gesellschaft nach Stuttgart gekommen ist, nimmt an der folgenden Sitzung teil.]