The Fateful Year of 1923 in the History of the Anthroposophical Society
GA 259
27-30 April 1923, Prague
Translated by Steiner Online Library
Working Days in Prague
Report by Dr. Otto Palmer
From No. 6 of “Mitteilungen. Herausgegeben vom Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland,” Stuttgart, July 1923.
For anyone who had the good fortune to be in Prague from April 27 to 30 this year, in the midst of Czech and German friends, these days will be unforgettable in many ways. One must allow the city of Prague itself to take effect and feel something of the occult spiritual currents that permeate the walls in order to understand the impression made by two public and two internal lectures by Dr. Steiner and how the eurythmy performance at the Deutsches Theater, in front of a full house, was also very well received. One newspaper, however, had nothing better to do than to launch into the most crude criticism of eurythmy from the outset, while other papers fully recognized the novelty of the eurythmic art and predicted a bright future for it.
As for the lectures by Dr. Steiner himself, one took place in the Urania hall, which held about 850 people, while the other was held in the Products Exchange hall, where about 1200 to 1500 listeners had gathered, who did not hold back on warm applause at the end. In the first lecture, Dr. Steiner spoke of spiritual scientific research methods in general and introduced the audience to anthroposophy and its intentions in our time. In the second lecture, he spoke about human knowledge and education and developed the developmental problems of the human being based on the practical experiences of the Waldorf School in Stuttgart. In both lectures, which were held jointly for the Czech and German branches and which took place between the two public lectures, what had been said in the public lectures was deepened in every direction. 'e's Our Prague friends, both Czech and German, vied with each other to make the conference a memorable and beautiful one, and also to show the foreign members the beauties of the city and its historical monuments outside the context of anthroposophical ventures.
Arbeitstage In Prag
Bericht von Dr. Otto Palmer
Aus Nr. 6 der «Mitteilungen. Herausgegeben vom Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland», Stuttgart im Juli 1923.
Demjenigen, der das Glück hatte, vom 27. bis 30. April d.J. in Prag inmitten der tschechischen und deutschen Freunde zu weilen, werden diese Tage nach mancher Richtung hin unvergeßlich sein. Man muß die Stadt Prag als solche auf sich wirken lassen und etwas von dem spüren, was sich als okkulte geistige Strömungen durch die Mauern hinzieht, um zu verstehen, welchen Eindruck gerade dort zwei öffentliche und zwei interne Vorträge Dr. Steiners hervorriefen und wie auch die Eurythmievorführung im Deutschen Theater vor vollbesetztem Hause eine durchaus günstige Aufnahme fand. Eine Zeitung hatte allerdings nichts Besseres zu tun, als von vornherein in plumpester Weise über die Eurythmie herzuziehen, während andere Blätter das Neue der eurythmischen Kunst restlos anerkannten und derselben eine glückliche Zukunft verhießen.
Was die Vorträge Dr. Steiners selbst anbelangt, so fand einer im Saal der Urania, welcher etwa 850 Personen faßte, statt, während der andere im Saal der Produktenbörse, wo etwa 1200 bis 1500 Zuhörer sich eingefunden hatten, die es am Schluß an wärmstem Beifall nicht fehlen ließen, abgehalten wurde. Während Herr Dr. Steiner im ersten öffentlichen Vortrag von den geisteswissenschaftlichen Forschungsmethoden im allgemeinen sprach und die Zuhörer in die Anthroposophie und ihre Absichten in unserer Zeit hineinführte, sprach er im zweiten Vortrag über Menschenerkenntnis und Menschenerziehung und entwickelte vor den Zuhörern die Entwickelungsprobleme des Menschen an den praktischen Erfahrungen der Waldorfschule in Stuttgart. In beiden Vorträgen, welche für den tschechischen und deutschen Zweig gemeinsam stattfanden und welche zwischen den beiden öffentlichen Vorträgen lagen, wurde das in den öffentlichen Vorträgen Gesagte nach jeder Richtung hin vertieft. Was für gewöhnlich in Prag nicht möglich war, nämlich ein gemeinschaftliches Zusammenarbeiten des tschechischen und deutschen Zweiges, Dr. Steiner brachte es zustande, und seine Worte trugen dazu bei, eine Harmonie hervorzuzaubern, wie sie nach Aussage der dortigen Mitglieder sonst nicht zu herrschen pflegte. Unsere Prager Freunde, Tschechen wie Deutsche, wetteiferten miteinander, die Tagung zu einer eindrucksvollen und schönen zu gestalten und auch außerhalb des Rahmens der anthroposophischen Unternehmungen die Schönheiten der Stadt und ihre historischen Denkwürdigkeiten den auswärtigen Mitgliedern vor Augen zu führen.